Historie vom Mikrokreditfonds Deutschland

Der Mikrokreditfonds Deutschland wurde 2010 mit dem Ziel gegründet, Existenzgründern und Selbstständigen mit finanziellen Mitteln in Form eines Mikrokredits zu unterstützen. Wie der Name Mikrokredit vermuten lässt, kommt dieses Finanzierungsangebot bei einem geringen Bedarf an Fremdkapital zum Einsatz. Die vorrangige Aufgabe des Mikrokreditfonds besteht nicht in der direkte Vergabe von Mikrokrediten an Kreditsuchende. Der Fonds kümmert sich um das Vorhalten von Kapital für die Mikrofinanzinstitute. Deren Aufgabe ist die eigentliche Kreditvergabe, wobei der Mikrokreditfonds gewisse Aufsichten innehält.

Mikrokreditangebote sind keine Erfindung der letzten Zeit, denn erste Angebote wurden schon vor 150 Jahren von Kreditgenossenschaften lanciert. Seit den 1980er Jahren haben es sich Mikrofinanzinstitute zur Aufgabe gemacht, mit Mikrokrediten in wirtschaftlich schwachen Weltregionen wirksam zu helfen. Ein wesentlicher Meilenstein bei der Erhöhung des Bekanntheitsgrades war die Friedensnobelpreisverleihung an Muhammad Yunus.

2000: Mikrokreditfonds in Deutschland 

Vorläufer des Mikrokreditfonds Deutschland

Im Jahr 2000 beginnt die GLS Bank zusammen mit dem Projekt Enterprise mit dem Aufbau des ersten Mikrokreditfonds. Eine erste Finanzierung geht an junge Leute eines Jugendzentrums in Brandenburg/Havel.  Ähnliche lokale Mikrokreditprojekte werden in den Folgejahren realisiert.

2004: Mikrokreditfonds in Deutschland

2004 werden das Deutsche Mikrofinanz Institut (DMI) und der GLS Mikrofinanzfonds gegründet. Ziel ist die Bündelung lokaler Projekte. 80 Privatpersonen sowie die GLS Bank stellen dafür eine erste Investitionssumme von über 500.000 Euro bereit. Die finanziellen Mittel bilden gleichzeitig die Grundlage dafür, dass die ersten fünf Mikrofinanzinstitute (MFIs) mit viel Idealismus ihre Arbeit aufnehmen und dabei durchaus Neuland betreten.

2006: Mikrokreditfonds in Deutschland 

2006 erhält der GLS Mikrofinanzfonds finanzielle Mittel in Höhe von 1,5 Millionen Euro, die von der KfW Bankengruppe, dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales sowie dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie bereitgestellt werden. Seitdem läuft das Kreditprojekt unter der Bezeichnung „Mikrofinanzfonds Deutschland“. Es bildet die Grundlage für die Schaffung eines flächendeckenden Angebots an Mikrodarlehen hierzulande.

2005 bis 2009: Mikrokreditfonds in Deutschland 

In der Zeit von 2005 bis 2009 wurden über 500 Mikrokredite mit einem Volumen von über 3 Millionen Euro vergeben. Als erfreulich wurde von den Kreditgebern die geringe Ausfallquote (Kreditausfälle im Verhältnis zu Kredittilgungen) bewertet. Mit einer Ausfallquote von unter 3 Prozent konnte im Hinblick auf die Zielgruppen nicht unbedingt gerechnet werden. Aufgrund der positiven Entwicklung schreibt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales den neuen „Mikrokreditfonds Deutschland“ aus.

2010: Mikrokreditfonds in Deutschland 

Das Jahr 2010 beginnt der neue „Mikrokreditfonds Deutschland“, wobei 10 MFIs mit an Bord sind. Bundesmittel sowie Geld des Europäischen Sozialfonds sorgen für Fondskapital in Höhe von 100 Millionen Euro. In der Folge kommt es zu einer schnell ansteigenden Anzahl der Kreditvergaben sowie mitwirkender MFIs.

2011: Mikrokreditfonds in Deutschland 

Der Stand zu Beginn des Jahres 2011 sieht die Vergabe von 1.750 Krediten und 35 MFIs, wobei die Ausfallquote unverändert unter 3 Prozent liegt. Im Laufe des Jahres 2011 steigt die Kreditvergabe deutlich an. 50 MFI vergeben über 4.600 Stück. Mit der Installation der Internetplattform GLS Mikro erfolgt die Kreditverwaltung mit den MFI erstmals auf elektronischem Weg. Als Dachmarke wird „Mein Mikrokredit“ entwickelt. Als Zielstellung bis zum Jahr 2015 wurden über 15.000 vergebene Mikrodarlehen ausgegeben.

2015: Mikrokreditfonds in Deutschland 

2015 wurde der Mikrokreditfonds Deutschland neu aufgelegt. Die Bundesregierung möchte damit Kleinstunternehmen und Gründungen finanzielle Mittel bereitstellen. Der Fonds soll für ein stetig verfügbares und flächendeckendes Mikrokreditangebot in Deutschland sorgen. Mikrokreditfonds Deutschland sichert als Garantiefonds die von den MFI ausgereichten Mikrokredite gegenüber dem Finanzinstitut GRENKE Bank ab. Gleichzeitig bietet der Garantiefonds Mikrofinanzinstituten die Grundlage dafür, den Aufbau eines ihres Kreditgeschäftes auf hohem Niveau zu forcieren. Die GRENKE Bank löst die GLS Bank als Unterstützer des Mikrokreditfonds Deutschland ab.

Die in den Fonds durch Kredittilgung zurückfließenden Mittel werden für erneute Kreditvergaben eingesetzt. In der Zeit von 2010 und 2014 konnten mehr als 18.600 Mikrokredite vergeben werden. Das Gesamtvolumen betrug dabei rund 112 Millionen Euro. Gegenwärtig haben MFI über 22.000 Kredite mit einem Gesamtvolumen von etwa 139 Millionen Euro vergeben. Das geschah und geschieht unter Verantwortung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS). Zum Verwaltungsrat des Fonds gehören neben dem BMAS außerdem das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi). Die Verwaltung des Mikrokreditfonds obliegt einem Treuhänder in Gestalt der NBank.

Die Bundesregierung hat im ersten Quartal 2018 beschlossen, dass Vergabe von Mikrokrediten aus dem Programm „Mikrokreditfonds Deutschland“ bis zum Jahr 2021 verlängert wird. Alle erforderlichen Rahmenbedingungen wurden geschaffen.

seit 2016: Mikrokreditfonds in Deutschland 

GLS Bank seit 2016 mit alternativen Mikrokreditprojekt

Die bis 2015 als unterstützende Finanzinstitut für den Mikrokreditfonds Deutschland zuständige GLS Bank hat ein neues Projekt gestartet und bietet mit dem GLS Alternative Investments-Mikrofinanzfonds Mikrofinanzierungen außerhalb Deutschlands an. Der Fonds ermöglicht privaten Investoren, sich in Entwicklungs- und Schwellenländern finanziell zu engagieren.

Die GLS Bank tritt als Anlageberater des Fonds auf. Von ihr werden Anlagerichtlinien entwickelt und sie kümmert sich um den Vertrieb. Die Bank möchte auf diesem Weg sicherstellen, dass die sozial-ökologischen Kriterien in allen Projektphasen Anwendung finden. Keine finanziellen Mittel gibt es bei Kinderarbeit oder natürlichem Raubbau.

Der GLS Bank Fonds ist als Geldgeber in 24 Mikrofinanzinstituten weltweit aktiv. Das investierte Bankeigene Kapital beträgt 12 Millionen Euro. Das gesamte Fondsvolumen beträgt mehr als 30 Millionen Euro.

Der Mikrofinanzfonds ist geografisch breit aufgestellt, in einer Region werden höchstens ein Viertel und in einem Land höchstens 15 Prozent der Investments getätigt. Zudem stehen jene Regionen im Fokus, in denen der größte Bedarf für Mikrofinanzierung besteht.

Mikrokreditfonds Deutschland in aller Kürze*

Ziel und Gegenstand

Das Ziel des Mikrokreditfonds Deutschland ist die Verbesserung des Zugangs zu Fremdkapital für unternehmerische Tätigkeiten kleineren Umfangs.

Die wesentliche Aufgabe der Mikrokredite besteht in der Finanzierung von Gründungen und Kleinunternehmen.

Mikrokredit Antragsberechtigte

Der Mikrokreditfonds Deutschland richtet sich an eine fest definierte Zielgruppe, zu der natürliche Personen sowie Kleinunternehmen gehören.

Voraussetzungen für einen Mikrokredit

Ein Mikrokredit kommt dann infrage, wenn ein Fremdkapitalbedarf vorliegt und keine eigenen Mittel nicht zur Deckung vorhanden sind. Anstelle finanzieller Sicherheiten muss der Antragsteller wenigstens über eine ausgesprochen gute persönliche Überzeugungskraft verfügen. Er muss Glaubwürdigkeit ausstrahlen und ein tragfähiges Unternehmenskonzept vorlegen können.

Art und Höhe der finanziellen Förderung

Die Förderung geschieht in Form eines Darlehens.vBei einem Mikrokredit aus dem Mikrokreditfonds Deutschland beträgt das maximale Kreditvolumen 25.000 Euro. Die Rückzahlung erfolgt innerhalb von 28 Monaten.

Antragsverfahren

Mikrokreditanträge sind weder an den Fonds selbst noch an die GRENKE Bank zu stellen. Zuständig für die Annahme der Anträge, die Kreditvergabe und der Ansprechpartner für die Rückzahlung  ist eines der Mikrofinanzinstitute. Die Kontaktdaten der Mikrofinanzinstitute sind im Internet abrufbar.

*Entsprechende Infos wurden der Seite http://www.mein-mikrokredit.de entnommen.

Quellen:

http://www.bmas.de/DE/Presse/Meldungen/2015/mikrokreditfonds-deutschland.html

http://www.bmas.de/DE/Themen/Arbeitsmarkt/Arbeitsfoerderung/Mikrokredit/mikrokredit.html

https://www.gls.de/

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Mikrokreditfonds_Deutschland

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Thomas D. Bär ist diplomierter Ökonom. Seit mehr als zehn Jahren schreibt er als freier Redakteur über Finanz-, Immobilien- und Verbraucherthemen. In einer sehr auf Geld ausgerichteten Gesellschaft möchte er seinen Lesern in verständlicher Form im Alltag anwendbares Wissen vermitteln.
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